Künstlerische Leitung

Mirella Weingarten

Mirella Weingarten, Künstlerische Leiterin des Schloss Werdenberg und Begründerin der Schlossmediale Werdenberg, fühlte sich vom ersten Moment von der Magie des Schlosses angezogen: «Für die Künstler ist die Zusammenführung der verschiedenen Sparten auf so verhältnismässig kleinem Raum eine grosse Herausforderung, die sehr kreative Ideen auslöst. Sie reagieren mit grosser Sensibilität auf das Schloss – eigens für das Schloss wird komponiert, geplant, entworfen. Das Festival entwickelt sich so zu einer Plattform des krea­tiven Miteinanders auf höchstem Niveau. Die künstlerische Sprache, die sich dabei entwickelt, war tatsächlich ein Traum von mir, der nun Wirklichkeit geworden ist.»


Mirella Weingarten ist international als Regisseurin und Bühnenbildnerin tätig. Die Künstlerin und Bildhauerin (Studium in Edinburgh, London und Hamburg, u.a. bei Marina Abramovic), arbeitet seit ihrem Master in Bühnenbild in London mit dem Schwerpunkt Tanz- und Musiktheater. Weingartens kinetische Objekte, die ihre Arbeit als Künstlerin stark prägen, sind tragende Elemente ihrer Bühnenentwürfe. 


Sie inszenierte beim Edinburgh Fringe Festival, trat mit ihrem eigenen Tanztheater im Theaterdock Berlin und im Theater am Halleschen Ufer auf. Des Weiteren inszenierte sie eine Operncollage auf dem Pergamonaltar, «Maria de Buenos Aires» in der Schweiz und mit Wolfram von Bodecker «Die Geschichte vom Soldaten» im Konzerthaus Berlin. Paul-Heinz Dittrichs «Die Verwandlung» inszenierte Weingarten im Konzerthaus Berlin.


Für die Bregenzer Festspiele, Hellerau und das Radialsystem Berlin war sie für die Inszenierung für die Uraufführung von «Jacob’s Room» von Morton Subotnick verantwortlich. Auch 2013 wirkte die Berlinerin wieder bei den Bregenzer Festspielen mit: Sie entwarf das Bühnenbild der Uraufführung des Musiktheaters «The Wasp Factory», welches auch am Linbury Theatre London und im Radialsystem Berlin gezeigt wurde.


Ihre Choreografien führten Mirella Weingarten unter anderem ins KKL Luzern, die Tonhalle Zürich und St. Gallen, das Opernhaus Leipzig, das Kunstfest Weimar, die Musikfestspiele Jona und das Davos Festival. Die Inszenierung «Seraphin» wurde auf die Biennale Venedig eingeladen. Sie erhielt zahlreiche Auszeichnungen u.a. Silber für «Gramma» als beste Uraufführung des Jahres. 


Von 2000 bis 2007 arbeitete Weingarten für die Zeitgenössische Oper Berlin: Ausstattungen für «Neither» von Morton Feldman, «Tragödia – der unsichtbare Raum» von Adrian Hölszky, «Le Vin Herbé» von Frank Martin, «Acht Gesänge für einen verrückten König» und «Miss Donnithornes Grille» von Peter Maxwell Davies, im Hebbel Theater Berlin, «Gramma» in Luzern und München und Konzeption und Ausstattung für «Séraphin» von Wolfgang Rihm im Haus der Berliner Festspiele. 

Für die Komische Oper Berlin stattete sie «Don Quijote de la Mancha», die «Hip H’Opera» und «Das Kind und der Zauberspuk» aus, für L’Opera Theatre Lyon «Der Kaiser von Atlantis», für das Konzerthaus Berlin «Dunkle Wasser» und «Lezioni die Tenebra» von Lucia Ronchetti, eingeladen ins Parco della Musica in Rom und zu den Kunstfestspielen Herrenhausen.


Für das Tiroler Landestheater Innsbruck stattete die Berlinerin die «Madama Butterfly» und für die Salzburger Festspiele «Il Re Pastore» aus. Im Radialsystem Berlin war sie erstmals mit der Ausstattung für «22.13», ein Musiktheater von Marc Andre vertreten. 


2015 und 2016 waren ihre Bühnenbilder in Bern (Angelus Novus II, Helmut Oehring), St. Gallen und Bozen («Written on Skin», George Benjamin) sowie im Theater Basel («Die Zauberflöte», W. A. Mozart) zu sehen. 2017 zeichnet Mirella Weingarten für Regie, Bühne und Kostüm für die Uraufführung von David Philip Heftis Oper «Annas Maske» am Theater St. Gallen verantwortlich. 


2018 entwarf sie die Bühne für Akram Khans «Xenos» in Athen und inszenierte die Oper «ARGO» von José Maria Sánchez Verdu bei den Festspielen Schwetzingen. Im März 2019 schuf sie das Bühnenbild für Alfredo Catalanis Oper «La Wally» am Theater Bozen. 2020 inszenierte Mirella Weingarten die Uraufführung der Oper «Toteis» von Manuela Kerer für die Neue Oper Wien, die 2022 in Bozen wieder aufgenommen wurde. Sie stattete am Staatstheater Hannover «Der Mordfall Halit Yosgat» und im Mai 2022 die Puccinis «Turandot» am Theater Regensburg aus.