Ausschreibung Aufenthaltsstipendium 2027
Audiovisuelle Künstler:innen
Vom 17. bis zum 26. Juni 2027 findet das 14. Internationale FESTIVAL SCHLOSSMEDIALE für Alte und Neue Musik und audiovisuelle Kunst im Schloss Werdenberg – SG/Schweiz statt.
Ein fünfwöchige Aufenthaltsstipendium gibt drei einzelnen Künstlerinnen und Künstlern die Möglichkeit, an einem geschichtsträchtigen Ort neue Kunst zu entwickeln, und diese in einem kreativen und offenen Umgang in den speziellen Räumlichkeiten des Schlosses umzusetzen.
Die entstandenen Arbeiten werden während des Festivals Schlossmediale in den Räumen des Schlosses gezeigt.
Wir freuen uns auf Kunstschaffende, die bereit sind, sich für ihre Arbeiten vom Schloss und der Umgebung inspirieren zu lassen. Jedes Jahr bestimmt ein Thema das Programm des zehntägigen Festivals, das auch die Grundlage bietet für die künstlerische Auseinandersetzung.




Rahmenbedingungen Aufenthaltsstipendium
Jahresthema 2027:
KLATSCH (Beschreibung siehe unten)
Zeitraum des Stipendiums:
17. Mai – 27. Juni 2027
(Festival: 17. – 26. Juni 2027)
Stipendiaten
Drei ausgebildete Künstlerinnen und/oder Künstler mit abgeschlossenem Studium (Einzelkünstler, keine Duos oder Gruppen) verschiedener Kunstrichtungen (siehe unten) aus den Disziplinen:
- Klangkunst
- Sound Studies
- audiovisuelle Kunst
- experimenteller Instrumentenbau
- visuelle Kunst
- Installationen
- Skulptur
- Land Art
- Performance
Wichtig: Klanginstallationen, die nicht visuell gestaltet sind, werden nicht berücksichtigt.
Vergütung
Gage:
CHF 4.000.–
Spesen mit Reise, Transport und Verpflegung:
CHF 1.000.–
Materialkosten:
bis zu CHF 1.000.–
(Aufgrund der individuellen Arbeitsweisen wird jedoch empfohlen, die wichtigsten Arbeitsmaterialien selbst mitzubringen. Einkaufs- und Werkstattmöglichkeiten sind vor Ort vorhanden, jedoch nur in begrenztem Umfang.)
Rahmenbedingungen
Das Werk muss am Eröffnungstag des Festivals fertiggestellt sein und einwandfrei funktionieren.
Es wird erwartet, dass die ausgewählten Stipendiatinnen das Kunstwerk oder Teile davon während der Zeit des Stipendiums vor Ort erarbeiten. Sie werden das entstandene Werk während des Festivals auf Rundgängen und Gesprächen präsentieren. Auch im Vorfeld der Ausstellungseröffnung verpflichten sich die Künstlerinnen und Künstler an mindestens einem Rundgang Einblick in ihre Arbeit zu geben. Die Möglichkeit der Kontaktaufnahme und allenfalls sogar der Einbeziehung der Bevölkerung des kleines Städtli und dessen Umgebung ist denkbar. Das Wohnen und Arbeiten im Schloss und Städtli ist für die entwickelte künstlerische Präsentation von grosser Bedeutung.
Anmeldung
18. Oktober 2026, Bewerbungen bitte ausschliesslich elektronisch mit einer einzigen Mail (max. 15 MB) auf stipendium@schloss-werdenberg.ch einsenden. Unbedingt Antragsformular auf Webseite schlossmediale.ch ausfüllen und mit der Anmeldung zusenden.
Jahresthema
Klatsch
Jeder Klang sucht ein Ohr. Jedes Wort sucht ein Echo.
Klang und Gerücht, Applaus und Tratsch : Es entsteht, breitet sich aus, verwandelt und verstärkt sich.
Was verbindet die (Fake) News, die heute durch soziale Netzwerke rasen, mit den Geschichten, die Händler, Pilger oder Spielleute vor achthundert Jahren von Burg zu Burg trugen? Jede Zeit kennt ihre eigenen Wege der Verbreitung – doch der Mechanismus bleibt derselbe: Aus Informationen werden Geschichten, aus Geschichten wird Erinnerung, und manchmal beginnt das Hörensagen selbst Wirklichkeit zu werden.
Wir werden ebenso sehr von den Geschichten geprägt, die wir weitererzählen, wie von jenen, die uns erreichen. Keine Geschichte wird je auf dieselbe Weise gehört: Jeder Blick, jedes Zuhören, jede Begegnung verändert ihre Bedeutung.
Zwischen Vertraulichkeit, kollektivem Gedächtnis, mündlicher Überlieferung, Gerücht und Ruf knüpfen Worte Verbindungen – und können sie zugleich wieder lösen. Wie eine unsichtbare Schallwelle vermag Sprache zu verbinden oder zu trennen, zu heilen oder zu verletzen.
Für die Ausgabe 2027 wird das Festival Schlossmediale mit Klatsch zu einem vielschichtigen Resonanzraum. Musik, Bildende Kunst, Performance und Installation erkunden, was zwischen Menschen, Orten, Materialien und Erinnerungen zirkuliert. Das Schloss wird zu einem Ort, an dem die Klänge der Gegenwart den Echos der Vergangenheit begegnen, die bis heute in seinen Mauern nachklingen.
Konzerte & Ausstellungen
Während der Schlossmediale wird das Schloss als bestehendes Museum mit möblierten Räumen sowie leeren, allerdings historischen, Räumen vielseitig genutzt. Die Konzerte und Performances sowie die Ausstellung, von der die Stipendiatinnen Teil sein werden, ergänzen sich. Einige Ausstellungs-Räume sind auch für Konzerte und Aufführungen an den Abenden vorgesehen. Je nach Ort der Präsentation und des Kunstwerkes können einzelne Räume bereits vor dem Festival genutzt werden, immer im Wissen darum, dass das Museum im Schloss öffentlich begehbar sein muss. Auch während des Festivals ist ein offener, toleranter und flexibler Umgang notwendig, da es Proben, Umbauten und daher kurzfristig auch mal gesperrte Bereiche gibt.
Das Zusammenspiel der verschiedenen Künste ist ein wesentliches Merkmal des Festivals. Es werden internationale Künstlerinnen verschiedenster Sparten vertreten sein wie Komponisten, Musikerinnen, Klangkünstlerinnen, Videokünstler, Sängerinnen, Tänzer und andere. Der Austausch unter allen ist den Veranstaltern wichtig, darum ist die Anwesenheit der Stipendiatinnen während des ganzen Festivals gewünscht; in der Regel gibt es für die Stipendiaten kostenlose Plätze für den Besuch aller Aufführungen.
Wohnen und Arbeiten
Die drei ausgewählten Stipendiaten wohnen in einem historischen, charmanten Haus im kleinen malerischen Städtchen am Fusse des Schlosses. Dort stehen ihnen für die Dauer des Stipendiums ein eigenes Zimmer zur Verfügung sowie eine gemeinsame Küche, ein einzelner gemeinsamer Wohnraum und ein gemeinsames kleines Bad. Eine offene, rücksichtsvolle und gesellige Haltung ist daher wichtig, denn das Zusammenleben während des Aufenthalts soll gut funktionieren und einen inspirierenden Mehrwert bieten. Aus Platzgründen wird von Dauerbesuchen von Freunden und Verwandten im Haus selbst abgeraten; Besuche sollen auf jeden Fall in Absprache unter den drei Stipendiaten selbst organisiert werden.
Arbeitsräume sind nur spärlich vorhanden. Es gibt in verschiedenen Häusern jeweils kleinere Räume, die zur Verfügung gestellt werden können; Ateliers gibt es nicht, individuell müssten solche vor Ort organisiert werden. Je nach dem können allerdings einzelne Ausstellungs-Räume im Schloss bereits sehr früh genutzt werden.



